· askVela-Team
Auskunftsanfrage zum Chatbot-Chatverlauf nach DSGVO bearbeiten
Ein Bot-Chat kann nach der Übergabe auch in der Team-Inbox und als E-Mail-Kopie liegen. Dieser Ablauf hilft dir, alle Fundorte zu prüfen, ohne fremde Daten herauszugeben.
Eine Kundin bittet um die Löschung ihres Chatbot-Gesprächs. Du findest den Bot-Dialog – aber wurde er an dein Team übergeben? Liegt eine E-Mail mit dem Verlauf im Support-Postfach? Und woran erkennst du, dass die Anfrage tatsächlich von der Kundin stammt? Bearbeite eine Auskunftsanfrage zum Chatbot-Chatverlauf nach DSGVO entlang dieser Fundorte. Suche und Identitätsprüfung sind dabei getrennte Schritte: Ein gefundener Chat ist noch keine Freigabe zur Herausgabe.
Erst den Datenfluss klären, dann den Chat suchen
Skizziere den Weg eines Gesprächs in deinem Shop: Bot-Chat, mögliche Übergabe, Team-Inbox, Benachrichtigungs-E-Mail und gegebenenfalls zugeordnete Shop-Daten. Welche Verarbeitung und Zuständigkeiten du grundsätzlich prüfen solltest, erklärt der Artikel KI-Chatbot und DSGVO im Onlineshop: Datenfluss und Pflichten.
Halte für jeden Fundort fest, wer suchen kann, wer über Auskunft oder Löschung entscheidet und wer eine Maßnahme ausführt. Als Shop-Betreiber koordinierst du die Antwort auf die Anfrage. Ob der Chat-Anbieter für die betreffende Verarbeitung als Auftragsverarbeiter tätig ist und welche Unterstützung er leistet, klärst du anhand deiner Vereinbarungen und des konkreten Datenflusses. Die Angaben zu Datenschutz und Sicherheit bei askVela ersetzen diese Prüfung nicht.
Anfrage erfassen und ihren Umfang bestimmen
Erfasse Eingang, Kontaktweg und Anliegen, ohne vorsorglich den gesamten Chat in den Bearbeitungsvorgang zu kopieren. Unterscheide zwischen Auskunft, Datenkopie und Löschung; eine Nachricht kann mehrere Anliegen enthalten. „Löscht meinen Chat“ ist nicht automatisch ein Antrag auf Löschung sämtlicher Bestelldaten. Umgekehrt kann „Welche Daten habt ihr zu meinem Chat?“ auch die menschliche Bearbeitung und Kopien betreffen.
Ist der Umfang unklar, frage nach dem gemeinten Gespräch oder Bestellbezug. Prüfe währenddessen bereits die naheliegenden Fundorte. Lege eine zuständige Person und eine Wiedervorlage fest; die einschlägige Antwortfrist und die Voraussetzungen einer Verlängerung prüfst du für den konkreten Vorgang.
Chatverläufe finden, ohne Personen zu verwechseln
Nutze zuerst Angaben, die bereits vorliegen. Die Suchmatrix ist keine Behauptung darüber, was dein Chat-System speichert: Streiche nicht vorhandene Kennungen und ergänze nur tatsächlich verfügbare. Dokumentiere pro Suchlauf Fundort, Suchmerkmal und Ergebnis. Ein Treffer grenzt einen Datensatz ein; ob die anfragende Person ihn erhalten darf, prüfst du danach.
| Vorliegender Hinweis | Mögliche Fundorte | Grenze der Zuordnung |
|---|---|---|
| Im Chat genannte E-Mail-Adresse | Chat, übergebenes Gespräch, betroffene Postfächer | Die Nennung beweist nicht, wem die Adresse gehört. |
| Bestellnummer und Gesprächskontext | Chat, Team-Inbox, bei Bedarf Shop-System | Eine Bestellnummer allein belegt keine Auskunftsberechtigung. |
| Zeitfenster und Thema | Chat und Team-Inbox | Ähnliche Anfragen können von verschiedenen Personen stammen. |
| Tatsächlich gespeicherte Gesprächskennung | System, das diese Kennung führt | Sie findet möglicherweise den Dialog, identifiziert aber nicht zwingend eine Person. |
| Kein belastbarer Hinweis | Prüfen, ob sich überhaupt ein Dialog eingrenzen lässt | Nicht anhand von Schreibstil oder Produktinteresse raten. |
Bei einem anonymen Chat kann ein Zeitfenster oder eine vorhandene Gesprächskennung die Suche ermöglichen. Gibt es mehrere passende Treffer, gib nicht alle heraus. Kannst du keinen Chat belastbar zuordnen, vermerke genau diese Grenze und frage nur nach einem Hinweis, der die Unklarheit konkret beseitigen könnte.
Nach einer Übergabe prüfst du auch die Team-Inbox für übergebene Gespräche samt internen Notizen. Bei askVela erhält der Betreiber bei einer Übergabe zusätzlich eine E-Mail mit dem Verlauf; diese Benachrichtigung ist abschaltbar. Prüfe daher, ob sie für den betroffenen Fall aktiv war, und suche gegebenenfalls in den betreffenden Postfächern und betrieblichen Weiterleitungen. Allgemeine E-Mail-Benachrichtigungen im Support sind ein weiterer Anlass, den tatsächlichen E-Mail-Datenfluss zu erfassen.
Identität prüfen und Daten Dritter schützen
Trenne die Entscheidung „Welcher Chat passt zur Anfrage?“ von „Ist dieser Antwortkontakt zur Herausgabe berechtigt?“. Richte die zweite Prüfung nach dem Inhalt der Daten und deinen begründeten Zweifeln aus:
- Vorhandenen Kontaktweg prüfen: Ist die Anfrage über einen bereits verlässlich zugeordneten Kanal eingegangen? Kannst du die Antwort dort bereitstellen? Halte fest, worauf die Zuordnung beruht.
- Nur bei Bedarf gezielt nachfragen: Bitte um die kleinste Angabe oder Handlung, die den konkreten Zweifel ausräumt. Ein Ausweis oder zusätzliche Bestelldaten sind keine pauschale Voraussetzung.
- Inhalte gesondert sichten: Prüfe geteilte Gespräche, interne Notizen und beigefügte Bestellinformationen auf Daten anderer Personen. Schwärze betroffene Passagen gegebenenfalls, statt das gesamte Material ungeprüft zu versenden.
Beispiel: Eine Person schreibt von einer neuen Adresse und nennt die E-Mail-Adresse sowie die Bestellnummer einer Kundin. Beides hilft bei der Suche, berechtigt aber nicht automatisch zur Auskunft an die neue Adresse. Prüfe einen geeigneten bestehenden Kontaktweg oder stelle eine Rückfrage, die genau diesen Zweifel klärt.
Auskunft vorbereiten und präzise antworten
Ein Chat-Export allein beantwortet nicht unbedingt die gesamte Anfrage. Stelle die gefundenen personenbezogenen Daten und die für den Fall relevanten Informationen zur Verarbeitung zusammen. Bezeichne, was aus dem Bot-Dialog, der menschlichen Bearbeitung, E-Mail-Kopien oder einem Bestellbezug stammt. Prüfe vor dem Versand, ob die Kopie lesbar ist, keine fremden Daten ungeschützt enthält und an den geprüften Kontakt geht.
Bleibt ein anonymer Dialog unauffindbar, formuliere das Ergebnis eng: „Mit dem genannten Zeitfenster konnten wir keinen eindeutig zuordenbaren Dialog finden.“ Behaupte nicht, es gebe keinerlei Daten zur Person, wenn du nur diesen Suchweg geprüft hast.
Löschung an jedem Fundort entscheiden und nachhalten
Eine Kundin fragt den Bot nach einer Lieferung. Das Gespräch geht an das Support-Team; dort wird geantwortet und eine interne Notiz ergänzt. Später bittet die Kundin um Löschung „des Chats“. Du findest den Dialog anhand der vorhandenen Angaben, prüfst die Übergabe samt Notiz und klärst, ob eine E-Mail mit dem Verlauf in einem Support-Postfach liegt. Die Bestellung im Shop bewertest du getrennt: Dass ihre Nummer im Gespräch steht, macht nicht sämtliche Bestelldaten zu löschbaren Chatdaten.
Entscheide für jeden Fundort, welche Daten gelöscht werden können und ob andere Zwecke oder Pflichten einer sofortigen Löschung im Einzelfall entgegenstehen. Kläre Maßnahmen beim Dienstleister anhand deiner Vereinbarung und der verfügbaren Verfahren; unterstelle keine automatische Löschfunktion. Für die laufende Aufbewahrung unabhängig von diesem Antrag ist außerdem relevant, wie lange du Chatverläufe im Shop speicherst.
Abschließen, ohne den gelöschten Chat erneut abzulegen
Der Abschlussvermerk soll den Prüfweg nachvollziehbar machen, nicht den Chat reproduzieren. Speichere deshalb keine vollständige Kopie des gelöschten Verlaufs allein als Nachweis. Halte ausstehende Maßnahmen mit Zuständigkeit und Wiedervorlage offen; setze den Vorgang erst dann auf „abgeschlossen“, wenn die Antwort versandt und die zugesagten Schritte geprüft sind.